“Günni ist weg vom Fenster, … endlich!” mag die erste Reaktion vieler Internet-Interessierter sein, die die Machenschaften des einstigen Rechtsanwalt Freiherr von Gravenreuths in den letzten 18 Jahren verfolgt haben. Bekannt geworden war er ’92, als er auf Annoncen in Computerzeitschriften reagierte und als “Tanja Nolte-Berndel (15)” per Brief um Raubkopien bekannter Spiele bettelte, um später die Anbieter abmahnen zu können. Um überzeugender zu wirken, legte er Fotos einer Jugendlichen bei und appelierte an die Solidarität der Adressaten. Leider kam er mit dieser Masche, erst Köder auszuwerfen und dann zuzuschlagen, durch und erntete nur harsche Kritik von Geschädigten und Kollegen. Die breite Masse bekam davon vor den Zeiten von Suchmaschinen noch nichts mit.
In seiner Geldgier entwickelte er immer pervidere Abmahnmethoden und machte z.B. Ansprüche von Mandanten geltend, die sich in ihrem Markenrecht zweifelhafter Marken wie “Rainbow”, “Ballermann” oder sogar “Explorer” verletzt fühlten. Die Berechtigung der Abmahnung ist nicht nur unter Laien nach wie vor umstritten.
Viele haben sicherlich das Geschehen mitverfolgt, als er die Domain “taz.de” der Tageszeitung pfänden lies und versuchte diese zu versteigern, da er angeblich eine geforderte Geldsummer aus einer einstweiligen Verfügung nie bekommen haben soll. Der Empfang konnte ihm aber nach einer Hausdurchsuchung nachgewiesen werden. Man hatte ein Fax gefunden, das den Erhalt bestätigte. Laut F. v. Grafenreuth habe er dieses Schriftstück wohl nie zu Gesicht bekommen, denn es sei im “Chaos seines Büros” untergegangen. Nach einigen Geldstrafen, zivilrechtlichen Auflagen und Bewährungsstrafen wurde er schliesslich am 17. September 2008 zu 14 Monaten ohne Bewährung verurteilt und sollte eigentlich im Februar 2010 seine Haftstrafe antreten. Dieser Strafe kam er zuvor und schloss in der Nacht zum 22. Februar mit seinem Leben ab. “Finanzprobleme, die nicht ausgestandene Strafsache, der Verdacht auf Krebs – letztlich aber schwere Beziehungsprobleme und der Entzug seines sozialen Umfeldes, sind laut seinen letzten Worten die Hintergründe” teilte Steffen Werney (Mitgründer des Chaos Computer Club) Golem.de mit. Neben dem CCC hatten auch einige andere WebGemeinden eine Abschiedsmail erhalten.
Was soll man dazu sagen? Wenn man resümiert, bleiben auf der einen Seite Luxus ohne einen Finger krumm zu machen sowie zweifelhafte (geschäftliche) Beziehungen und auf der anderen Seite eine nie zufriedenstellende Raffgier, Beziehungsprobleme bis hin zur sozialen Vereinsamung, Hass und Rachegefühle der Geschädigten, eventuelle Schuldgefühle und unter Umständen auch psychosomatische Krankheiten, schliesslich der Freitod.
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Tags: Abmahnung, Abzocke, Bernhard Syndikus, evil, Freiherr von Gravenreuth, Gebrüder Schmidtlein, Knipp
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Toller text, nur zum lesen sehr unangenehm. Weiss auf Schwarz, und so kleine Schrift, man kriegt fast augenschmerzen.
Ich arbeite dran. Die Seite ist eh noch nicht “released” sondern quasi im beta-Status.
Aber Weiss auf *Schwarz* kann eigentlich nicht sein. Der Hintergrund ist transparent und es ist eher Weiss auf Grau (mit farbigen Akzenten^^) Oder du benutzt einen alten IE, dann kann es wirklich Schwarz sein, da er transparente PNGs nicht darstellen kann.
Abmahnwelle fordert erstes Todesopfer!
Prost.
Nach dieser Information hatte ich gesucht, vielen Dank!